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Was ist die Heiße Kiste?

Betroffene an der Berliner Schule beklagen einen zunehmenden Qualitätsverlust, vor allem weil Unterricht von Menschen erteilt wird, die keine abgeschlossene Ausbildung für die Tätigkeit als Lehrer haben. Unterricht mit Programmen wie der befristeten Anstellung von nicht voll ausgebildeten Vertretungs"lehrern" im Rahmen der Personalkostenbudgetierung (PKB) oder dem Einsatz von Quereinsteigern ohne vorherige Ausbildung ist nicht zuverlässig planbar und führt zu einer Be- anstatt einer Entlastung der Kolleginnen und Kollegen. Der Berliner Senat sieht solche Fälle als Einzelfälle an. Betroffene Lehrerinnen und Lehrer sehen darin vielmehr Symptome eines herannahenden Lehrermangels, der auch darauf zurückzuführen ist, dass viele gut ausgebildete Junglehrer die Stadt verlassen, weil Ihre Arbeit woanders besser honoriert wird. Während wir von Studenten hören, die Leistungskurse zum Abitur führen, und uns ein Bericht erreicht, wonach eine von einer nicht voll ausgebildeten PKB-Kraft gestellte Klausur von der zuständigen Schulleitung einkassiert wurde, plant die Senatsverwaltung in 20 Jahren zu überprüfen, ob es Qualitätseinbußen gibt - das halten wir für unverantwortlich! Warum werden, wenn die Bewerberlage wie der Senat behauptet unproblematisch ist, von dem für PKB und Quereinsteigerprogramme vorgesehenen Geld nicht weitere voll ausgebildete Lehrkräfte unbefristet eingestellt, um die oft durch eine wissentlich in Kauf genommene anhaltende Überlastung bedingt erkrankten Kolleginnen und Kollegen adäquat zu vertreten?

Die Heiße Kiste ist eine Aktion der Initiative für Schulqualität Bildet Berlin!, die zum Ziel hat, solche Fälle jetzt und an dieser Stelle zu sammeln und zu dokumentieren. Wir wollen damit nicht die Berliner Schule schlechter machen, als sie ist, und schon gar nicht diejenigen kritisieren, die ohne die notwendige Unterstützung der Sentsverwaltung sich täglich und mit überwiegend befristeten Arbeitsverträgen bemühen, einen noch höheren Unterrichtsausfall zu verhindern - vielmehr wollen wir engagiert Verbesserungen dort einfordern, wo sie dringend notwendig sind, damit unsere Stadt auch in 20 Jahren eine Zukunft hat!

Also, liebe von der Berliner Schule Betroffene:

Legt Eure Geschichten in die Heiße Kiste, auf dass sie nicht wegdiskutiert werden können!


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Hinweis an Lehrkräfte, die Beiträge in der Heißen Kiste verfassen

Die Berliner Morgenpost berichtete am 25.05.2012, die Bildungsverwaltung übe massiven Druck auf Schulleiter/-innen und Lehrer/-innen von Schulen aus, über die in unserer Heißen Kiste berichtet wurde, und drohe mit Strafen (Artikel Kritik im Netz - Senatsverwaltung droht Lehrern mit Strafen vom 25.05.2012). Die Bildungsverwaltung widerspricht dieser Darstellung und gibt an, sie habe die Schulen lediglich um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten (Presseerklärung Richtigstellung Headline Morgenpost der Bildungsverwaltung vom 25.05.2012). Unter dem Abschnitt Senatsverwaltung will den Fehler im System nicht wahrhaben haben wir auf unserer Webseite dazu Stellung bezogen.

Uns ist nicht bekannt, dass Einträge in der Heißen Kiste zu Konsequenzen für die Autoren geführt haben. Sollte es doch Lehrer/-innen geben, denen ein Eintrag in der Heißen Kiste vorgeworfen wird und in dem Zusammenhang von der Senatsverwaltung oder auch ihrer Schulleitung disziplinarische Maßnahmen angedroht werden, raten wir dazu, sich mit der Landesrechtsschutzstelle der GEW zu beraten. Die GEW hat sich auf den Artikel in der Berliner Morgenpost hin spontan mit den Autoren der Einträge in der Heißen Kiste solidarisiert (Presseerklärung vom 25.05.2012).

 
 

Hinweis an Eltern und Schüler/innen, die Beiträge in der Heißen Kiste verfassen

Im Gegensatz zu Lehrer/innen, aus deren Arbeitsvertrag mit der Senatsbildungsverwaltung sich ein gewisses Maß an Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber ergibt, kann die Senatsbildungsverwaltung Eltern und Schüler/innen nicht verbieten, sich in der Öffentlichkeit zur Situation an einer Schule zu äußern. Natürlich möchte niemand seine Schule in einem schlechten Licht erscheinen lassen - und es geht hier nicht darum, Fehlentscheidungen einzelner Schulleiter/innen oder mit der Tätigkeit einer Lehrkraft beauftragter Personen bloßzustellen. Doch wenn Missstände, denen eine systematische Unterausstattung zugrunde liegt, nicht öffentlich benannt werden, wenn Schulleiter vakante Stellen in Mangelfächern trotz hohen persönlichen Einsatzes nicht mit qualifiziertem Peronal besetzen können, dann besteht wenig Hoffnung darauf, dass die Berliner Schule einmal den hohen Ansprüchen, die sich aus dem Bildungsauftrag des Staates ergeben, auch tatsächlich entsprechen wird!

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