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Aktuelle Flüchtlingswellen stellen Schulen vor bisher ungekannte Herausforderungen – mehr Lehrkräfte sind zwingend erforderlich

Seit Wochen heißt Berlin die Flüchtlinge aus den Krisengebieten willkommen. Bisher ging es vor allem darum, eine menschenwürdige Unterbringung und Versorgung zu organisieren. Und in vielen Schulen sind Willkommensklassen inzwischen Teil des Schullebens. Dennoch werden die aktuellen und zukünftigen Flüchtlingswellen die Berliner Schulen vor bisher ungekannte Herausforderungen stellen:
 
Die Integration beginnt mit dem Spracherwerb und der Eingliederung in gesellschaftliche Strukturen. Dabei ist der Schulbesuch von herausragender Bedeutung. Um diesem Anspruch und damit den Flüchtlingskindern gerecht zu werden, müssen dringend die personellen Voraussetzungen geschaffen werden: die Schulen brauchen mehr Lehrkräfte!

erstellt am 16.09.2015, letzte Aktualisierung am 16.09.2015

 

Bildet Berlin! startet Volksbegehren Unterrichtsgarantie


Bildet Berlin! kritisiert bereits seit längerem eine unzureichende Lehrkräfte-Ausstattung der Schulen in Berlin. Gemeinsam mit Vertretern des Landesschülerausschuss (LSA) und dem Landeselternausschuss (LEA) startete Bildet Berlin! heute das Volksbegehren Unterrichtsgarantie um verbindlich eine 10%-ige Vertretungsreserve an jeder Berliner Schule durchzusetzen!

Am 19. Mai 2015 stellten in der Berliner Pressekonferenz Florian Bublys (Vorsitzender Bildet Berlin! e. V.), June Tomiak (LSA) und Norman Heise (Vorsitzender LEA) das Volksbegehren Unterricht vor.

Wie und wo man für das Volksbegehren unterschreiben kann, wie man das Volksbegehren Unterrichtsgarantie darüber hinaus unterstützen kann und alle Informationen zum Volksbegehren Unterrichtsgarantie auf Facebook, Twitter und


http://volksbegehren-unterrichtsgarantie.de


Hinweis:
Das Volksbegehren Unterrichtsgarantie wurde inzwischen beendet.


erstellt am 19.05.2015, letzte Aktualisierung am 11.05.2017

 

Organisation von Vertretungsunterricht an Berliner Schulen

Den Durchschnitt­werten liegen Angaben der Senatsbildungsverwaltung für die Schuljahre 2010/2011 bis 2013/2014 aus der Ant­wort auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Joschka Langenbrinck (SPD) vom 10. Dezember 2014 zugrunde, den Angaben zu im Rahmen der Personalkostenbudgetierung erteiltem Unterricht Angaben für die Kalenderjahre 2011 bis 2014. Angaben zum insgesamt zu erteilenden Unterricht sind den jeweiligen Ausgaben von „Blickpunkt Schule“ für die Schuljahre 2010/2011 bis 2012/2013 entnommen. Detaillierte Quellenangaben unten. Die Berechnungen können unter folgendem Link abgerufen und nachvollzogen werden: http://bildet-berlin.de/docs/OrganisationVertretungsunterricht2010-2014.xls


In Berlin finden jedes Jahr 2 Millionen Unterrichtsstunden nicht regulär statt. Dies entspricht 10,8% des insgesamt zu erteilenden Unterrichts. Bei einem Schuljahr mit 38 Wochen kann von 19 Schultagen oder auch 4 Schulwochen ausgegangen werden, die nicht planmäßig erteilt werden.

Von diesem Vertretungsanfall werden gut 400.000 Stunden nicht erteilt – sie fallen aus. Dies entspricht 2,1% des insgesamt zu erteilenden Unterrichts und macht somit 20% des Vertretungsanfalls aus.

Als Vertretungsunterricht weist die Senatsbildungsverwaltung 8,6% des insgesamt zu erteilenden Unterrichts aus, insgesamt ca. 1,6 Millionen Unterrichtstunden. Dies entspricht 80% des Vertretungsanfalls und erscheint zunächst relativ erfolgreich. Bei genauer Betrachtung fällt jedoch auf, dass in diesem Vertretungsunterricht in weiten Teilen entweder kein Unterricht stattfindet oder der Vertretungsunterricht zulasten von notwendigem Förder- und Teilungsunterricht geht:


Infografik aus der Berliner Morgenpost vom 23.04.2015 (S. 9)

erstellt am 20.01.2015, letzte Aktualisierung am 29.04.2015

 

Der Tarifabschluss zum TV-L 2015 geht zulasten der angestellten Beschäftigten der Länder und vergrößert die Einkommensunterschiede gegenüber Beamten

Nach vier Verhandlungsrunden und einer außergewöhnlich hohen Streikbeteiligung sahen sich die Gewerkschaften ver.di, GEW und dbb offenbar gezwungen, am 28.03.2015 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) einen Kompromiss zu schließen [1], der in jeder Hinsicht zulasten der Beschäftigten der Länder geht:

Zwar ist es gelungen, das Leistungsniveau der Zusatzversorgung durch die VBL zu halten, die Kosten dafür bezahlen aber die Arbeitnehmer/innen, indem der Arbeitnehmeranteil schrittweise erhöht wird. Dabei ist diese Zusatzversorgung ursprünglich eine alleinige Leistung der Arbeitgeber gewesen! Sie sollte eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst bei niedrigeren Gehältern als in der freien Wirtschaft attraktiver machen, indem Einbußen in den Leistungen der gesetzlichen Renten durch die Zusatzversorgung ausgeglichen werden. Diese Leistung sollen nun die Arbeitnehmer zunehmend selbst aus ihren Gehältern erwirtschaften.

Die auf zwei Jahre verteilte Lohnerhöhung beträgt in den die Lehrkräfte betreffenden Entgeltgruppen mit 2,1% und 2,3% insgesamt 4,4483% und liegt deutlich unter dem Abschluss für den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TV-öD) 2014, nach dem die Beschäftigten von Bund und Kommunen mit 3,0% und 2,4% insgesamt 5,472% mehr Gehalt erhalten, was einer Steigerung von 2,736% pro Jahr ent-spricht. Damit wächst die ohnehin schon bestehende Benachteiligung der Angestellten der Länder gegenüber den Beschäftigten von Bund und Kommunen weiter an. Dabei gibt es keinen objektiv nachvollziehbaren Grund, warum bei den Ländern Beschäftigte schlechter bezahlt werden sollten!

Die Erhöhung des Arbeitnehmeranteils für die Zusatzversorgung schmälert die ohnehin schon geringen Gehaltssteigerungen zusätzlich: Zieht man von der Gehaltserhöhung die Kosten für die Erhöhung des Arbeitnehmeranteils zur Zusatzversorgung ab, so verbleiben im Tarifgebiet West magere 4,4483% - 0,4% = 4,0483% Gehaltserhöhung (=2,02415% pro Jahr!), im Tarifgebiet Ost lediglich 4,4483% - 2,25% = 2,1983% Gehaltserhöhung (=1,09915% pro Jahr!). Wird die prozentuale Lohnerhöhung wie bereits von drei Bundesländern angekündigt auf die Beamtenbesoldung übernommen, so wird auch die Gerechtigkeitslücke innerhalb der Lehrerzimmer noch größer, denn Beamte zahlen nicht für die Zusatzversorgung!

erstellt am 12.04.2015, letzte Aktualisierung am 23.04.2015

 

Warnstreiks in Berlin

JA zur Lohnerhöhung! NEIN zur geplanten Lehrkräfte-Entgeltordnung!

Gegenwärtig finden die Verhandlungen zur Länder-Tarifrunde 2015 statt. Die Gewerkschaften verlangen ein Plus von 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro. Außerdem soll es einen Tarifvertrag zur Eingruppierung angestellter Lehrkräfte (L-EGO) geben. In der zweiten Verhandlungsrunde für die Tarifbeschäftigten der Länder haben die in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zusammengeschlossenen Arbeitgeber erneut kein Angebot zur Gehaltssteigerung vorgelegt. Stattdessen fordern Sie nun, dass die Gewerkschaften Eingriffen in die betriebliche Altersversorgung zustimmen. Aufgrund der einseitig geführten Verhandlungen hat die GEW BERLIN am 3. März 2015 zu Warnstreiks aufgerufen. Weitere Arbeitskampfmaßnahmen sind angekündigt.

Bildet Berlin! hält die Warnstreiks für gerechtfertigt und notwendig. Die positive Konjunktur rechtfertigt die Forderungen nach mehr Lohn für die angestellten Lehrkräfte. Außerdem darf es keine Verschlechterung bei der Zusatzversorgung VBL geben. Bildet Berlin! distanziert sich aber gleichzeitig von den aktuellen Forderungen der GEW zur geplanten Lehrkräfte-Entgeltordnung (L-EGO) - auch wenn dies in den niedrigeren Gehaltsgruppen zu einigen Verbesserungen führen könnte. Es ist inakzeptabel über sogenannte „Paralleltabellen“ die Eingruppierungsregelungen für angestellte Lehrkräfte an die beamtenrechtlichen Regelungen anzubinden. Eine Zementierung beamtenrechtlicher Regelungen für Angestellte ist nicht zeitgemäß. Denn angestellte Lehrkräfte sind keine "Beamten Light"!

erstellt am 01.03.2015, letzte Aktualisierung am 23.04.2015

 

Online-Petition "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!"

Die ersten 5.300 Unterschriften wurden an die TdL übergeben






 
Am 16. Februar 2015 hat eine Delegation von SchaLL NRW und Bildet Berlin! dem Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) Jens Bullerjahn die ersten 5.300 Unterschriften unserer Online-Petition Gleicher Lohn für gleiche Arbeit für eine Beseitigung der massiven Benachteiligung angestellter Lehrkräfte gegenüber verbeamteten Kollegen übergeben. Zeitgleich zur Übergabe wurden die Verhandlungen zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) aufgenommen.

Seit dem Herbst wird wieder einmal über die Eingruppierung von Lehrkräften verhandelt. Die SchaLL-NRW und Bildet Berlin! erwarten, dass eine tariflich vereinbarte Eingruppierung dazu beiträgt, die immer größeren Einkommenseinbußen im Vergleich zu verbeamteten Kollegen zu minimieren. Wir, hoffen, dass viele diese Ansicht teilen und haben deshalb eine Online-Petition gestartet!

erstellt am 30.11.2014, letzte Aktualisierung am 12.04.2015

 

Alle Stellen sind besetzt - doch jede vierte Einstellung ist (noch) gar nicht Lehrer!

Stolz verkündete Bildungssenatorin Sandra Scheeres auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass es gelungen sei, alle Stellen zu besetzen. Ein Grund zum Aufatmen ist dies indes nicht, denn 500 der 2000 Eingestellten und damit jede vierte Einstellung verfügt noch gar nicht über eine abgeschlossene Ausbildung zur Lehrkraft! Sie sind Teilnehmer/innen des berufsbegleitenden Referendariats. 300 von ihnen haben als Quereinsteiger/in entweder keinerlei Unterrichtserfahrung oder haben diese als Vertretungslehrer im Selbstversuch ohne jegliche fachliche Begleitung und geleitete Reflexion erworben. Dennoch erteilen diese Teilnehmer/innen des berufsbegleitenden Referendariats ab Montag an Oberschulen wöchentlich 19 Stunden, an Grundschulen sogar wöchentlich 21 Stunden eigenständigen Unterricht! Die Annahme, ein einwöchiger Crashkurs nach dem Motto "So arbeitet man als Lehrer/in" würde sie dazu befähigen, zeugt indes von einer Geringschätzung der Rolle der Lehrerbildung für Bildungsqualität seitens der zuständigen Bildungspolitiker. Wohlgemerkt in einer Zeit, in der empirisch arbeitende Bildungsforscher wie John Hattie oder Andreas Helmke die Rolle gut ausgebildeter Lehrkräfte explizit hervorheben.


Bildungssenatorin Scheeres im Interview in der Berliner Abendschau am 21.08.2014

erstellt am 22.08.2014, letzte Aktualisierung am 04.12.2014

 

Qualität statt Flickschusterei!

Über hundert Schulen unterstützen bisher das „Qualitätspaket für die Berliner Schule“

Am kommenden Donnerstag, den 21.08.2014 wird Bildungssenatorin Scheeres triumphierend verkünden, dass zum neuen Schuljahr alle 2000 offenen Lehrerstellen besetzt werden konnten.
Dass tatsächlich jede Klasse einen Lehrer bekommt, keine Stunde fachfremd unterrichtet wird oder ausfällt – es wäre uns allen zu wünschen. Denn vier Tage später werden Lehrer, Schüler und Eltern wieder mit der Berliner Schulrealität konfrontiert. Und die alten Probleme werden die neuen sein: volle Klassen, marode Schulgebäude, fachfremd erteilter Unterricht, krankheitsbedingter Unterrichtsausfall, fehlende Sozialarbeiter und Schulhelfer, fehlendes Inklusionskonzept und deren Ausfinanzierung sowie Ungleichbehandlung angestellter Lehrkräfte (inzwischen ein Drittel der knapp 30.000 Pädagogen in Berlin, Tendenz steigend).
Über tausend Lehrer, Referendare, Eltern, Studenten und Schüler aus 103 Schulen und Seminaren wollen das nicht mehr hinnehmen. Sie befürworten mit ihrer Unterschrift das Qualitätspaket für die Berliner Schulen, das Florian Bublys, Sprecher der Initiative Bildet Berlin!, und Robert Rauh, Berliner „Lehrer des Jahres“, Ende März auf einer Kundgebung am Potsdamer Platz vorgestellt haben.
 
 

erstellt am 18.08.2014, letzte Aktualisierung am 18.08.2014

 

Streitgespräch zu den Folgen des Lehrermangels



Der Sprecher von Bildet Berlin! Florian Bublys und der SPD-Abgeordnete Lars Oberg führen im Tagesspiegel ein Streitgespräch über Chancen und Risiken von Seiteneinsteigern in Schulen als Folge des aktuellen Lehrermangels.

erstellt am 06.05.2014, letzte Aktualisierung am 04.12.2014

 

Fachleute warnen: Gestaltung des Quereinstiegs gefährdet die Schulqualität in Berlin - Petition gestartet

Es ist allgemein bekannt, dass Berlin an einem zunehmenden Lehrermangel leidet. Doch anstatt die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte zu verbessern setzt die Bildungsverwaltung zunehmend darauf, Personen als Lehrkraft zu gewinnen, die ursprünglich gar nicht Lehrkraft werden wollten: Quereinsteiger/innen. Generell ist nichts dagegen zu sagen, wenn sich Menschen beruflich umorientieren, verfügen diese doch aus ihrem vorherigen beruflichen Wirken über interessante Erfahrungen, mit denen sie das Schulleben bereichern können. Nur wird man nun einmal nicht über Nacht zum Lehrer - ein mindestens fünfjähriges Masterstudium mit mehreren Praktika an Schulen plus ein anschließendes 18-monatiges Referendariat werden allgemein als notwendig erachtet, um fachgerecht und eigenverantwortlich Unterricht erteilen zu können.

Nicht so in Berlin: Hier ist vorgesehen, dass Quereinsteiger/innen vom ersten Tag ihres berufsbegleitenden Referendariats 19 bzw. 21 Stunden eigenverantwortlichen Unterricht erteilen und somit Schüler/innen erziehen und bewerten. Zum Vergleich: Reguläre Referendare unterrichten ca. 8 Stunden und nutzen den Rest ihrer Arbeitszeit für ihre Ausbildung in drei Seminaren und die intensive Vorbereitung und Reflexion ihrer ersten Unterrichtsstunden, um aus Erfahrungen für die Zukunft zu lernen. Auch die Quereinsteiger/innen müssen an den Seminarveranstaltungen teilnehmen - nur bei 19 bzw. 21 Stunden zu erteilendem Unterricht wird die für diesen Beruf so wichtige eigene Professionalisierung durch intensive Reflexion individueller Erfahrungen geradewegs zur Nebensache!

erstellt am 30.04.2014, letzte Aktualisierung am 04.12.2014

 

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Bildet Berlin!
Bildet Berlin! ist ein Verein, dessen Mitglieder und Unterstützer es leid sind, tatenlos zuzusehen wie sich die Qualität der schulischen Bildung in Berlin durch eine mangelhafte Ausstattung der Schulen verschlechtert.
Gute Schulbildung ist der Schlüssel für Integration und Arbeit. Bildung ist die Zukunft dieser Stadt.
Deshalb: Bildet Berlin!

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