Aktuelles

 

Der Tarifabschluss zum TV-L 2015 geht zulasten der angestellten Beschäftigten der Länder und vergrößert die Einkommensunterschiede gegenüber Beamten

Nach vier Verhandlungsrunden und einer außergewöhnlich hohen Streikbeteiligung sahen sich die Gewerkschaften ver.di, GEW und dbb offenbar gezwungen, am 28.03.2015 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) einen Kompromiss zu schließen [1], der in jeder Hinsicht zulasten der Beschäftigten der Länder geht:

Zwar ist es gelungen, das Leistungsniveau der Zusatzversorgung durch die VBL zu halten, die Kosten dafür bezahlen aber die Arbeitnehmer/innen, indem der Arbeitnehmeranteil schrittweise erhöht wird. Dabei ist diese Zusatzversorgung ursprünglich eine alleinige Leistung der Arbeitgeber gewesen! Sie sollte eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst bei niedrigeren Gehältern als in der freien Wirtschaft attraktiver machen, indem Einbußen in den Leistungen der gesetzlichen Renten durch die Zusatzversorgung ausgeglichen werden. Diese Leistung sollen nun die Arbeitnehmer zunehmend selbst aus ihren Gehältern erwirtschaften.

Die auf zwei Jahre verteilte Lohnerhöhung beträgt in den die Lehrkräfte betreffenden Entgeltgruppen mit 2,1% und 2,3% insgesamt 4,4483% und liegt deutlich unter dem Abschluss für den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TV-öD) 2014, nach dem die Beschäftigten von Bund und Kommunen mit 3,0% und 2,4% insgesamt 5,472% mehr Gehalt erhalten, was einer Steigerung von 2,736% pro Jahr ent-spricht. Damit wächst die ohnehin schon bestehende Benachteiligung der Angestellten der Länder gegenüber den Beschäftigten von Bund und Kommunen weiter an. Dabei gibt es keinen objektiv nachvollziehbaren Grund, warum bei den Ländern Beschäftigte schlechter bezahlt werden sollten!

Die Erhöhung des Arbeitnehmeranteils für die Zusatzversorgung schmälert die ohnehin schon geringen Gehaltssteigerungen zusätzlich: Zieht man von der Gehaltserhöhung die Kosten für die Erhöhung des Arbeitnehmeranteils zur Zusatzversorgung ab, so verbleiben im Tarifgebiet West magere 4,4483% - 0,4% = 4,0483% Gehaltserhöhung (=2,02415% pro Jahr!), im Tarifgebiet Ost lediglich 4,4483% - 2,25% = 2,1983% Gehaltserhöhung (=1,09915% pro Jahr!). Wird die prozentuale Lohnerhöhung wie bereits von drei Bundesländern angekündigt auf die Beamtenbesoldung übernommen, so wird auch die Gerechtigkeitslücke innerhalb der Lehrerzimmer noch größer, denn Beamte zahlen nicht für die Zusatzversorgung!

erstellt am 12.04.2015, letzte Aktualisierung am 23.04.2015

 

Warnstreiks in Berlin

JA zur Lohnerhöhung! NEIN zur geplanten Lehrkräfte-Entgeltordnung!

Gegenwärtig finden die Verhandlungen zur Länder-Tarifrunde 2015 statt. Die Gewerkschaften verlangen ein Plus von 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro. Außerdem soll es einen Tarifvertrag zur Eingruppierung angestellter Lehrkräfte (L-EGO) geben. In der zweiten Verhandlungsrunde für die Tarifbeschäftigten der Länder haben die in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zusammengeschlossenen Arbeitgeber erneut kein Angebot zur Gehaltssteigerung vorgelegt. Stattdessen fordern Sie nun, dass die Gewerkschaften Eingriffen in die betriebliche Altersversorgung zustimmen. Aufgrund der einseitig geführten Verhandlungen hat die GEW BERLIN am 3. März 2015 zu Warnstreiks aufgerufen. Weitere Arbeitskampfmaßnahmen sind angekündigt.

Bildet Berlin! hält die Warnstreiks für gerechtfertigt und notwendig. Die positive Konjunktur rechtfertigt die Forderungen nach mehr Lohn für die angestellten Lehrkräfte. Außerdem darf es keine Verschlechterung bei der Zusatzversorgung VBL geben. Bildet Berlin! distanziert sich aber gleichzeitig von den aktuellen Forderungen der GEW zur geplanten Lehrkräfte-Entgeltordnung (L-EGO) - auch wenn dies in den niedrigeren Gehaltsgruppen zu einigen Verbesserungen führen könnte. Es ist inakzeptabel über sogenannte „Paralleltabellen“ die Eingruppierungsregelungen für angestellte Lehrkräfte an die beamtenrechtlichen Regelungen anzubinden. Eine Zementierung beamtenrechtlicher Regelungen für Angestellte ist nicht zeitgemäß. Denn angestellte Lehrkräfte sind keine "Beamten Light"!

erstellt am 01.03.2015, letzte Aktualisierung am 23.04.2015

 

Online-Petition "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!"

Die ersten 5.300 Unterschriften wurden an die TdL übergeben






 
Am 16. Februar 2015 hat eine Delegation von SchaLL NRW und Bildet Berlin! dem Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) Jens Bullerjahn die ersten 5.300 Unterschriften unserer Online-Petition Gleicher Lohn für gleiche Arbeit für eine Beseitigung der massiven Benachteiligung angestellter Lehrkräfte gegenüber verbeamteten Kollegen übergeben. Zeitgleich zur Übergabe wurden die Verhandlungen zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) aufgenommen.

Seit dem Herbst wird wieder einmal über die Eingruppierung von Lehrkräften verhandelt. Die SchaLL-NRW und Bildet Berlin! erwarten, dass eine tariflich vereinbarte Eingruppierung dazu beiträgt, die immer größeren Einkommenseinbußen im Vergleich zu verbeamteten Kollegen zu minimieren. Wir, hoffen, dass viele diese Ansicht teilen und haben deshalb eine Online-Petition gestartet!

erstellt am 30.11.2014, letzte Aktualisierung am 12.04.2015

 

Alle Stellen sind besetzt - doch jede vierte Einstellung ist (noch) gar nicht Lehrer!

Stolz verkündete Bildungssenatorin Sandra Scheeres auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass es gelungen sei, alle Stellen zu besetzen. Ein Grund zum Aufatmen ist dies indes nicht, denn 500 der 2000 Eingestellten und damit jede vierte Einstellung verfügt noch gar nicht über eine abgeschlossene Ausbildung zur Lehrkraft! Sie sind Teilnehmer/innen des berufsbegleitenden Referendariats. 300 von ihnen haben als Quereinsteiger/in entweder keinerlei Unterrichtserfahrung oder haben diese als Vertretungslehrer im Selbstversuch ohne jegliche fachliche Begleitung und geleitete Reflexion erworben. Dennoch erteilen diese Teilnehmer/innen des berufsbegleitenden Referendariats ab Montag an Oberschulen wöchentlich 19 Stunden, an Grundschulen sogar wöchentlich 21 Stunden eigenständigen Unterricht! Die Annahme, ein einwöchiger Crashkurs nach dem Motto "So arbeitet man als Lehrer/in" würde sie dazu befähigen, zeugt indes von einer Geringschätzung der Rolle der Lehrerbildung für Bildungsqualität seitens der zuständigen Bildungspolitiker. Wohlgemerkt in einer Zeit, in der empirisch arbeitende Bildungsforscher wie John Hattie oder Andreas Helmke die Rolle gut ausgebildeter Lehrkräfte explizit hervorheben.


Bildungssenatorin Scheeres im Interview in der Berliner Abendschau am 21.08.2014

erstellt am 22.08.2014, letzte Aktualisierung am 04.12.2014

 

Qualität statt Flickschusterei!

Über hundert Schulen unterstützen bisher das „Qualitätspaket für die Berliner Schule“

Am kommenden Donnerstag, den 21.08.2014 wird Bildungssenatorin Scheeres triumphierend verkünden, dass zum neuen Schuljahr alle 2000 offenen Lehrerstellen besetzt werden konnten.
Dass tatsächlich jede Klasse einen Lehrer bekommt, keine Stunde fachfremd unterrichtet wird oder ausfällt – es wäre uns allen zu wünschen. Denn vier Tage später werden Lehrer, Schüler und Eltern wieder mit der Berliner Schulrealität konfrontiert. Und die alten Probleme werden die neuen sein: volle Klassen, marode Schulgebäude, fachfremd erteilter Unterricht, krankheitsbedingter Unterrichtsausfall, fehlende Sozialarbeiter und Schulhelfer, fehlendes Inklusionskonzept und deren Ausfinanzierung sowie Ungleichbehandlung angestellter Lehrkräfte (inzwischen ein Drittel der knapp 30.000 Pädagogen in Berlin, Tendenz steigend).
Über tausend Lehrer, Referendare, Eltern, Studenten und Schüler aus 103 Schulen und Seminaren wollen das nicht mehr hinnehmen. Sie befürworten mit ihrer Unterschrift das Qualitätspaket für die Berliner Schulen, das Florian Bublys, Sprecher der Initiative Bildet Berlin!, und Robert Rauh, Berliner „Lehrer des Jahres“, Ende März auf einer Kundgebung am Potsdamer Platz vorgestellt haben.
 
 

erstellt am 18.08.2014, letzte Aktualisierung am 18.08.2014

 

Streitgespräch zu den Folgen des Lehrermangels



Der Sprecher von Bildet Berlin! Florian Bublys und der SPD-Abgeordnete Lars Oberg führen im Tagesspiegel ein Streitgespräch über Chancen und Risiken von Seiteneinsteigern in Schulen als Folge des aktuellen Lehrermangels.

erstellt am 06.05.2014, letzte Aktualisierung am 04.12.2014

 

Fachleute warnen: Gestaltung des Quereinstiegs gefährdet die Schulqualität in Berlin - Petition gestartet

Es ist allgemein bekannt, dass Berlin an einem zunehmenden Lehrermangel leidet. Doch anstatt die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte zu verbessern setzt die Bildungsverwaltung zunehmend darauf, Personen als Lehrkraft zu gewinnen, die ursprünglich gar nicht Lehrkraft werden wollten: Quereinsteiger/innen. Generell ist nichts dagegen zu sagen, wenn sich Menschen beruflich umorientieren, verfügen diese doch aus ihrem vorherigen beruflichen Wirken über interessante Erfahrungen, mit denen sie das Schulleben bereichern können. Nur wird man nun einmal nicht über Nacht zum Lehrer - ein mindestens fünfjähriges Masterstudium mit mehreren Praktika an Schulen plus ein anschließendes 18-monatiges Referendariat werden allgemein als notwendig erachtet, um fachgerecht und eigenverantwortlich Unterricht erteilen zu können.

Nicht so in Berlin: Hier ist vorgesehen, dass Quereinsteiger/innen vom ersten Tag ihres berufsbegleitenden Referendariats 19 bzw. 21 Stunden eigenverantwortlichen Unterricht erteilen und somit Schüler/innen erziehen und bewerten. Zum Vergleich: Reguläre Referendare unterrichten ca. 8 Stunden und nutzen den Rest ihrer Arbeitszeit für ihre Ausbildung in drei Seminaren und die intensive Vorbereitung und Reflexion ihrer ersten Unterrichtsstunden, um aus Erfahrungen für die Zukunft zu lernen. Auch die Quereinsteiger/innen müssen an den Seminarveranstaltungen teilnehmen - nur bei 19 bzw. 21 Stunden zu erteilendem Unterricht wird die für diesen Beruf so wichtige eigene Professionalisierung durch intensive Reflexion individueller Erfahrungen geradewegs zur Nebensache!

erstellt am 30.04.2014, letzte Aktualisierung am 04.12.2014

 

„Schluss mit den Luftnummern!“

Bildet Berlin! stellt Qualitätspaket vor


Kurzer Bericht über die Kundgebung in RBB AKtuell.

Bildet Berlin! hat am 27. März 2014 auf dem Potsdamer Platz ein Qualitätspaket für die Berliner Schule präsentiert. Die Forderungen lauten:
1. 110% Personalausstattung
2. Qualitätssicherung des Quereinstiegs
3. Tarifvertrag statt Lohndiktat
4. Individuelles Lernen in kleineren Klassen
5. Senkung der Unterrichtsverpflichtung
6. Anreize für Engagement
7. Flächendeckender Ausbau der Schulsozialarbeit
8. Qualitätsgerechte Aus- und Weiterbildung

erstellt am 02.03.2014, letzte Aktualisierung am 04.12.2014

 

Lehrermangel trotz Einstellungen?!

Kurz vor der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse meldet die Bildungsverwaltung, dass es gelungen sei, ausreichend viele Lehrkräfte einzustellen. Dem stehen zahlreiche Berichte entgegen, denen zu folge konkret Lehrer fehlen. In unserer Heißen Kiste wird unter anderem Lehrermangel an folgenden Schulen diskutiert: Grundschule am Falkplatz, Grundschule am Insulaner, Anna-Lindh-Grundschule, Kurt-Schwitters-Schule, Hans-Fallada-Grundschule, Sophie-Charlotte-Oberschule, Gottfried-Keller-Gymnasium, Gymnasium Steglitz, und und und ... Der Bericht im Tagesspiegel vom 21.01.2014 Sechs Schulleiter streiten sich um eine Lehrerin gibt alarmierende Einblicke, wie die sogenannten Lehrer-Castings abliefen.

Wie kann es sein, dass offiziell ausreichend viele Lehrkräfte eingestellt wurden und vielerorts Lehrkräfte fehlen? Bildet Berlin! vertritt die Auffassung, dass in unserer Stadt der Lehrermangel längst täglich zu spüren ist. Dabei handelt es sich nicht um ein „plötzliches“ Phänomen. Vielmehr scheint die Unterversorgung systemisch angelegt. Der Versorgungsgrad an Lehrkräften von 99,7 % erscheint dabei nur auf dem Papier relativ harmlos.

erstellt am 10.02.2014, letzte Aktualisierung am 04.12.2014

 

Aufruf zu einer Schulreform für mehr Schulqualität

Robert Rauh, Lehrer am Berliner Barnim-Gymnasium und Gewinner des diesjährigen Lehrerpreises, hat einen Aufruf zu einer Schulreform gestartet. Der 10-Punkte-Plan sieht äußerst sinnvolle konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Qualität schulischer Bildung vor und soll - auch mit Hilfe prominenter Erstunterzeichner/innen wie der Schauspielerin Corinna Harfouch, der Eisschnellläuferin Jenny Wolf, dem Philosophen Tim Wagner, der Schriftstellerin und Journalistin Christine Eichel und dem Schauspieler Björn Harras - eine öffentliche Debatte über eine angemessene Gestaltung unserer Schulen anstoßen.
  

Ebenfalls als Erstunterzeichner befürwortet Bildet Berlin! den Aufruf und bittet auch Sie, mit Ihrer Unterschrift die Online-Petition zu unterstützen:


erstellt am 13.12.2013, letzte Aktualisierung am 04.12.2014

 

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Bildet Berlin!
Bildet Berlin! ist ein Verein, dessen Mitglieder und Unterstützer es leid sind, tatenlos zuzusehen wie sich die Qualität der schulischen Bildung in Berlin durch eine mangelhafte Ausstattung der Schulen verschlechtert.
Gute Schulbildung ist der Schlüssel für Integration und Arbeit. Bildung ist die Zukunft dieser Stadt.
Deshalb: Bildet Berlin!

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