Die Initiative für Schulqualität Bildet Berlin! ist ein Verein, dessen Mitglieder und Unterstützer*innen es leid sind, tatenlos zuzusehen wie sich die Qualität der schulischen Bildung in Berlin durch eine mangelhafte Ausstattung der Schulen verschlechtert. Gute Schulbildung ist der Schlüssel für Integration und Arbeit.
 
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Informationen zu Schulqualität, Lehrermangel und der Situation angestellter Lehrkräfte in Berlin

 

Es müsste schon die E15 für angestellte Lehrer*innen sein!

Um die Benachteiligung angestellter Lehrer*innen gegenüber Beamten zu beseitigen, müsste man ihnen die E15 zahlen. Die durch die 2017 erstreikte Einführung einer 6. Erfahrungsstufe erreichte Reduktion der Benachteiligung wird 2020 durch eine höhere Steigerung der Besoldung wieder verloren sein.

In Berlin wurde zuletzt die Möglichkeit einer Rückkehr zur Verbeamtung von Lehrkräften diskutiert, um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken und die Absicherung des Unterrichts mit ausgebildeten Lehrkräften sicherzustellen. Der Parteitag der SPD Berlin sprach sich zwar gegen eine pauschale Rückkehr zur Verbeamtung, jedoch für eine genauere Betrachtung verschiedener Möglichkeiten zur Beseitigung der Nachteile Angestellter gegenüber beamteter Lehrkräfte aus.

Wie haben daher unsere Modellberechnungen entsprechend des Tarifabschlusses vom März 2019 aktualisiert. Dabei haben wir zum Vergleich auch ein Einkommen als Angestellte(r) in der Entgeltgruppe 15 modelliert (im Diagramm blau).

Das Ergebnis: Um die heutige Benachteiligung angestellter Lehrkräfte zu beseitigen, müsste man sie in die Entgeltgruppe 15 eingruppieren. Diese Möglichkeit haben jedoch zunächst 2015 der ddb, 2017 dann auch GEW und ver.di durch Abschluss der Entgeltordnung für Lehrkräfte verhindert.

Was bleibt, ist die Möglichkeit, Zulagen zu gewähren. Diese müssten dem Umfang einer Höhergruppierung in die E15 entsprechen. Reizt man die in §16 (5) des TV-L vorgesehenen Möglichkeiten aus, so kann dies zumindest für ledige, kinderlose Lehrkräfte nahezu erreicht werden:



Familien werden aufgrund der Beamten gewährten Familienzuschläge (in 40 Dienstjahren und 25 Jahren Kindergeldberechtigung für 2 Kinder brutto gut 135.000 Euro!) eine andere Rechnung aufmachen. Dennoch, ein großer Teil der Benachteiligung lässt sich beseitigen, wenn der politische Wille dafür aufgebracht wird:


Dadurch, dass die Besoldung zuletzt stärker erhöht wurde als die Entgelte nach TV-L ist die Differenz im verfügbaren Nettoeinkommen erneut gestiegen und wird 2020 größer als 2011 sein. Die durch die 2017 erstreikte Einführung einer 6. Erfahrungsstufe erreichte Reduktion der Differenz wird 2020 volltändig wieder verloren sein:


Die Berechnungen herunterladen:


erstellt am 08.04.2019, letzte Aktualisierung am 07.05.2019

 

Benachteiligung angestellter Lehrkräfte seit 2012 kaum verringert - weiterhin Verluste im sechstelligen Bereich!

Bildet Berlin! erstellt regelmäßig Modellberechnungen zum durchschnittlichen Nettoeinkommen angestellter und verbeamteter Lehrkräfte in Berlin. Erstmalig haben wir nun die Entwicklung dieser Einkommen von 2011 bis 2018 betrachtet. Das Ergebnis ist ernüchternd und frustrierend zugleich: Während die Differenz im Nettoeinkommen angestellter und beamteter Lehrkräfte bis 2014 leicht reduziert wurde, stieg sie erneut an und war 2017 sogar größer als 2012, dem Jahr in dem wir unser von fast 3000 Lehrer*innen unterschriebenes Manifest an Bildungssenatorin Scheeres übergeben haben!

Die im TV-L auf Initiative des Berliner Landesverbands der GEW durchgesetzten Einführung der Erfahrungsstufe 6 verringert die Differenz zwar wieder etwas, jedoch nicht stark genug, um wenigstens das 2014 bereits erreichte Niveau wieder zu erreichen. Die jüngst abgeschlossenen Tarifverhandlungen 2019 werden daran nichts verbessern: Obwohl der Berliner Finanzsenator Kollatz die Verhandlungen auf Arbeitgeberseite geführt hat, wurde die Chance vertan, mit einer deutlichen Anhebung der Erfahrungsstufe 6 das Nettoeinkommen dem von Beamten anzupassen. Nicht nur wird die von Angestellten erstreikte Erhöhung erneut pauschal auf die Beamtenbesoldung übertragen, Berlin legt bei der Erhöhung der Besoldung noch 1% oben drauf (bis die Berliner Besoldung den Durchschnitt der Besoldung anderer Bundesländer erreicht hat)!


erstellt am 24.02.2019, letzte Aktualisierung am 03.03.2019

 

Angestellte Lehrkräfte nach wie vor deutlich benachteiligt

In Berlin wurde der Arbeitskampf für eine Entgeltordnung für angestellte Lehrkräfte wieder aufgenommen. Wir haben unsere Modellberechnungen aktualisiert. Sie zeigen: An der Situation angestellter Lehrkräfte hat sich in den letzten Jahren wenig geändert! Nach wie vor verdienen sie trotz der vom Senat außertariflich gezahlten Zulage im Durchschnitt jedes Jahr ca. 3.000€ weniger netto als verbeamtete Kollegen – das macht in 40 Dienstjahren bis zu 120.000€ aus. Dabei ist bereits berücksichtigt, dass Beamte monatliche Kosten zur privaten Krakenversicherung von ca. 210€ tragen. 

erstellt am 25.01.2016, letzte Aktualisierung am 25.01.2016

 

Info-Flyer zur Situation junger Lehrkräfte in Berlin

Wir haben die letzten Wochen und Monate genutzt, uns genauer über die Situation junger Lehrkräfte in Berlin zu informieren. Interessantes Material liefern dabei neben Presseberichten vor allem die Antworten auf parlamentarische Anfrgen von Abgeordneten wie Martin Delius (Piraten). Zu Fragen der tarifrechtlichen Situation angestellter Lehrkräfte informiert der Berliner Landesverband der GEW auf seiner Webseite zum Tarifrecht angestellter Lehrkräfte.

Da wir wissen, wie es jungen Lehrer/innen unter großen und vielen Stapeln von Klassenarbeiten und Klausuren geht, haben wir die wichtigsten Informationen zur Situation junger Lehrkräfte in Berlin auf übersichtlichen Flyern zusammengefasst:

erstellt am 01.11.2012, letzte Aktualisierung am 28.01.2013

 

Vergleichbares Nettoeinkommen für angestellte und beamtete Lehrkräfte ist mit geltendem Tarifvertrag machbar

"Zur regionalen Differenzierung, zur Deckung des Personalbedarfs, zur Bindung von qualifizierten Fachkräften [...] kann Beschäftigten abweichend von der tarifvertraglichen Einstufung ein bis zu zwei Stufen höheres Entgelt ganz oder teilweise vorweg gewährt werden. Beschäftigte mit einem Entgelt der Endstufe können bis zu 20 v.H. der Stufe 2 zusätzlich erhalten." - das sagt der geltende Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) zum Thema Zulagen [1]. In einer neuen Version unserer Modellberechnungen zum Vergleich des Nettoeinkommens einer kinderlosen, ledigen Gymnasiallehrkraft haben wir ein Modell berechnet, das solche Vorweggewährung von Erfahrungsstufen und die Gewährung von Zulagen für die in Berlin geltende Entgelttabelle modelliert [2]. Und siehe da: Ein vergleichbares Nettoeinkommen für angestellte und beamtete Lehrkräfte ist mit dem geltendem Tarifvertrag machbar.

  

erstellt am 20.11.2012, letzte Aktualisierung am 08.01.2013

 

Wie viel verdienen junge Lehrer/-innen in Berlin netto? … das kommt drauf an!

Die hier aufgeführten Sachverhalte beziehen sich zum Teil auf die Situation vor den Gehaltserhöhungen zum 1.7. bzw. 1.8.2012. Die Berechnungen (siehe unten) sind bereits angepasst und zeigen, dass der Unterschied im Einkommen dadurch nicht veringert wird. Wir werden in den kommenden Tagen auch diese Darstellung aktualisieren.

Bildet Berlin! hat Modellberechnungen zum durchschnittlichen Nettoeinkommen über 40 Dienstjahre erstellt und stellt fest:


Dargestellt ist jeweils das Netto-Einkommen einer ledigen, kinderlosen Gymnasiallehrkraft (Entgeltgruppe E13 bzw. Besoldungsgruppe A13) zum 01.02.2012. Für Beamte werden Kosten für die private Krankenversicherung in Höhe von 275€ monatlich berücksichtigt.


erstellt am 22.08.2012, letzte Aktualisierung am 20.11.2012

 

Über 10% Vertretungsbedarf sind selbst mit 100% Ausstattung plus 3% Vertretungslehrern nicht zu leisten!

An der Berliner Schule werden etwas mehr als 10% des Unterrichts nicht regulär erteilt. Laut Statistik der Bildungsverwaltung werden mehr als 8% der Unterrichts vertreten, die verbleibenden über 2% fallen aus (vgl. [1], S. 21). Als nicht in der Statistik berücksichtigt kann man Unterrichtsausfall in der Oberstufe betrachten, da hier in der Regel (Haus-)Aufgaben erteilt werden und der Unterricht damit als erteilt gilt, obwohl gar kein Unterricht stattgefunden hat (siehe dazu entsprechende Einträge in der Heißen Kiste). Unter dem Titel Schulen rechnen schön veröffentlichte Der Tagesspiegel am 02.06.2012 Recherchen, nach denen „Schulen und Verwaltung sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was 'nicht erteilter Unterricht' ist“.

erstellt am 09.06.2012, letzte Aktualisierung am 10.06.2012

 

Sehenden Auges ins Chaos: Der Senat weiß, dass er tausende Lehrer finden werden muss

Das statistische Bundesamt hat ermittel: Berlin führt die bundesweite Statistik der Länder an, die wenig junge Lehrer haben: über 55% der Berliner Lehrer sind 50 oder älter - in Hamburg dagegen sind nur gut 38% der Lehrer 50 oder älter ([1], S. 44). Kein Wunder, wenn man sieht wohin es seit Jahren die mit Berliner Steuermitteln gut ausgebildeten Junglehrer hinzieht! Für Berlin heißt das, dass in den kommenden Jahren ein großer Teil der heute aktiven Lehrkräfte durch junge Lehrer ersetzt werden müssen. Die Senatsveraltung für Bildung hat 2011 Zahlen zum prognostizierten Bedarf an Lehrern vorgelegt:  6000 Lehrer werden bis zum Schuljahr 2015/16 in Pension gehen. Das ist fast jeder vierte Lehrer, der heute an der Berliner Schule beschäftigt ist (vgl. [2], S.5). Da die Zahl Vollzeitstellen beschreibt, aber viele Lehrer in Teilzeit arbeiten, dürfte der Bedarf an einzustellenden Lehrern in Zahlen noch höher sein. In den kommenden Jahren sind jährlich mehr als 1000 Lehrer einzustellen, im Schuljahr 2014/15 fast 1500 (vgl. [2], S.6).


erstellt am 09.06.2012, letzte Aktualisierung am 11.08.2012

 

Von 1.300 € Zulage bleiben im Durchschnitt keine 100 € netto!

Vielfach wird in der Diskussion um die Attraktivität des Lehrerberufs in Berlin darauf hingewiesen, dass angestellten Lehrkräften eine monatliche außertarifliche Zulage von 1.300 € gezahlt werde. Tatsächlich wird nicht ein fixer Betrag von 1.300 € als Zulage gezahlt, sondern die Differenz der aktuellen Erfahrungsstufe zur höchsten Erfahrungsstufe. Bei genauer Betrachtung wird deutlich: Nur für das erste Dienstjahr und damit nur für sehr kurze Zeit und sehr wenige Lehrkräfte ist der Bruttobetrag dieser Zulage tatsächlich so hoch, viele profitieren kaum oder gar nicht von der „1.300€-Zulage“ . Zu beachten ist: 

erstellt am 16.06.2012, letzte Aktualisierung am 25.01.2013

 

Was darf gute Bildung kosten? - Vergleich des Lebensarbeitszeitnettoverdienstes von angestellten und verbeamteten Studienräten in Berlin

Die hier aufgeführten Sachverhalte beziehen sich überwiegend auf die Situation am 1. Januar 2012. Die unten verlinkten Berechnungen wurden für die Situation am 1. Januar 2013 aktualisiert, einige der hier aufgeführten Diagramme beschreiben die Situation zum 1. August 2012. Der Unterschied im Einkommen hat sich durch die zum Juni und August 2012 erfolgten Einkommenserhöhungen nicht veringert. Eine Aktualisierung der Berechnungen und der Darstellung für die Situation ab 1. August 2013 ist in Arbeit.

Die Initiative für Schulqualität Bildet Berlin! hat Modellberechnungen erstellt, die die bestehende Ungerechtigkeit für den Aspekt des Nettoeinkommens dokumentieren und zeigen, wie die Attraktivität Berlins im Konkurrenzkampf um Lehrer durch die Vorweggewährung von Erfahrungsstufen und Zulagen auch tarifrechtlich gesichert werden kann. Das Modell bezieht sich auf eine ledige, kinderlose Lehrkraft, die ihren Dienst 27-jährig am 01.08.2012 angetreten hat und 40 Dienstjahre an der Berliner Schule in Vollzeit arbeitet. Dabei werden sowohl zukünftige Gehaltssteigerungen als auch die Inflation ausgeblendet, es ist quasi eine Momentaufnahme der heutigen Situation in die Zukunft projiziert (Näheres zu den Grundannahmen des Modells in der ausführlichen Beschreibung der Berechnungen).


erstellt am 09.06.2012, letzte Aktualisierung am 21.10.2013

 

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